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Meine EF Sprachreisen-Erfahrung – nie wieder EF!!! Anfang dieses Jahres buchte ich mit EF eine dreimonatige Sprachreise. Die Buchung verlief unkompliziert, schnell und reibungslos, da man einen persönlichen EF-Berater gestellt bekommt. Jedoch ist dieser Berater ausschließlich für die Buchung zuständig und kann keine weiteren, tiefgehende Fragen beantworten, vor allem in Bezug auf die Destination (in meinem Fall Vancouver). Zudem konnte mir auch nicht gesagt werden, ob ich einen Platz im EF-Wohnheim bekommen kann, sodass es letztendlich zu spät und es vollkommen ausgebucht war und ich gegen meinen Wunsch in eine Gastfamilie kam. Kurz bevor es losging, gab es dann noch ein gesammeltes Zoom-Meeting (ca. 500 Leute), um Fragen zu stellen, wovon die meisten auch beantwortet wurden, jedoch einiges bezüglich Corona und die Handhabung (z.B. Testung für die Schule, Quarantäne usw.) etwas unklar blieben. Positiv lässt sich trotzdem vermerken, dass es ein spezielles Angebot seitens EF gab, weshalb EF meine Flüge bezahlte! Ich hatte zusätzlich den EF-Transfer gebucht und das lief auch sowohl bei der Ankunft als auch bei der Abreise prima. Angekommen bei der Gastfamilie (bestehend aus einer ca. 50-jährigen Philippinerin) traf mich jedoch der erste Schock, wir waren insgesamt 4 Austauschschüler in einer 2-Zimmerwohnung, weshalb das Bett meiner Gastmutter in der Küche/ Wohnzimmer stand. Es war alles sehr sauber und mein Zimmer von der Größe in Ordnung, einmal die Woche musste man auch sein Zimmer, was man sich mit einem anderen Austauscher geteilt hat, putzen. Jedoch gab es sehr viele strenge Regeln! Die Badezimmerzeit durfte nur zwischen 13-15 Minuten betragen, das Waschbecken sollte immer trockengerieben werden, die Dusche geputzt sein und jeder hatte ein eigenes Toilettenpapier, was rein- und wieder rausgetragen werden musste. Anschließend wurde das Badezimmer nach jedem Benutzen von der Gastmutter kontrolliert. Das Bad konnte man zudem auch nicht abschließen, weshalb sie manchmal einfach reinkam, wenn man gerade offensichtlich duschte. Die Schuhsohlen wurden ebenfalls nach Sauberkeit kontrolliert. Die Krönung kam jedoch als ich 40 Dollar extra für Wäsche und WLAN pro Monat zahlen musste und die Geldscheine mit Wasser und Seife waschen sollte! Waschen durfte ich trotzdem nur zweimal im Monat je eine Waschmaschine und es gab keine Möglichkeit, die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Handtücher, Seife, Waschmittel etc. musste ich alles extra kaufen. Das Essen war weitestgehend in Ordnung, es gab jeden Tag Reis mit Fleisch (meistens Hühnchen), jedoch auch Gemüse dazu. Auf Vegetarier wurde generell keine Rücksicht genommen, obwohl es zuvor eine anzukreuzende Möglichkeit seitens EF war, vor Ort jedoch gesagt wurde, man solle sich nicht so anstellen. Am Wochenende gab es jeden Mittag Dosen-Ravioli. Frühstück konnte man nur zum Teil essen, da meine Gastmutter immer relativ lange geschlafen hat und man sie sonst aufgeweckt hätte. Wenn sie dann einmal früher aufstand, dann blockierte sie über eine Stunde das Bad (was gegen ihre eigenen Regeln verstößt), so dass wir alle zu spät zur Schule kamen. Darüber hinaus gab es bestimmte Zeiträume, in denen man essen durfte und wenn man nach acht nachhause kam, durfte man nichts mehr essen, da man nämlich die Küche auch nicht selber benutzen durfte. Nichtsdestotrotz traf es einige meiner dort kennengelernten Freunde um einiges schlimmer. Eine Gastfamilie war so überfüllt, dass eine Austauschschülerin in die Garage ausgelagert wurde und dort schlafen musste. Andere Freunde von mir wurden in einer Gastfamilie untergebracht, welche extra für alle Gastschüler fünf Häuser besaß, jedoch diese komplett vernachlässigte. Unter anderem gab es viel zu wenig Essen für knapp 10 Leute (z.B. ein Brot für eine Woche und ein paar Nudeln). Um sich jedoch etwas selber zu kochen, reichte die Einrichtung der Küche nicht, da es für 10 Leute einen Topf und kaum Besteck gab! Nach einiger Zeit wurde dann die Heizung ausgestellt, weswegen meine Freunde in Winterjacke und Mütze schlafen mussten (zu diesem Zeitpunkt war es März). Darüber hinaus wurde ohne Vorwarnung eine Kamera in der Küche installiert, um die Austauschschüler zu kontrollieren/ beobachten. Meine Freunde sind demensprechend zu dem zuständigen Büro in der EF Schule gegangen, um sich zu beschweren und einen Gastfamilienwechsel zu bewirken. Die Mitarbeiter hat es jedoch herzlich wenig interessiert und mit einem „man solle sich nicht so anstellen, schließlich sei man in keinem Hotel und wenn es einem nicht passe, solle man doch gerne in ein Hotel ziehen“ abgeschrieben. Erst nach einer Vielzahl von hartnäckigem Nachfragen durften sie wechseln. Die neue Gastfamilie war besser, allerdings teilten sich meine Freunde einen Kellerraum, wo sich das Fenster nicht öffnen lies und welcher nur für einen Gastschüler ausgelegt war und deswegen sehr eng und zusätzlich mit alten Dingen zugerümpelt war. Des Weiteren liefen in dem Raum eine Maus und in der Küche der Gastfamilie Kakerlaken rum. Ein anderer Freund hielt es nur wenige Minuten in seiner Gastfamilie aus, denn das Zimmer war eine Zumutung. Es war sehr klein und vor allem dunkel, da es nur ein winziges Fenster gab, aber das größte Problem war die Unordnung und der Dreck. Das Zimmer war mit den Sachen und Lebensmittel der Gastfamilie zugestellt und der Boden mit dreckiger Wäsche zugemüllt und sah so aus, als ob das Zimmer seit Jahren keinen Staubsauger mehr gesehen hätte. Das „Bett“ bestand aus einer am Boden liegenden Matratze. Demensprechend zog er in ein Hotel und konnte erst nach einer Woche in eine neue Gastfamilie wechseln, das Hotel musste er selber bezahlen, EF sah sich in keiner Verantwortung.
Ein letztes Beispiel ist eine weitere Freundin, welche in ihrer letzten Woche ihre Gastfamilie ohne Erklärung wechseln musste und in einen Stadtteil von Vancouver zog, der mit Bus und Bahn weit über einer Stunde von der Schule entfernt lag. Die erste eigentliche Nacht in ihrer neuen Gastfamilie musste sie auf dem Sofa einer Freundin schlafen, die in dem EF-Wohnheim wohnte, da die Tochter der neuen Gastfamilie eine Sleepover-Party feierte, sodass kein Platz für meine Freundin blieb und ihre alte Gastfamilie sie auch nicht mehr aufnehmen konnte. Davon mal ganz abgesehen kommt noch hinzu, dass sich herausstellte, dass sie mehrere Tausend Euro zu viel gezahlt hatte, da ich beispielsweise weniger zahlte, länger blieb und zudem noch den Intensivkurse gewählt hatte und trotzdem weniger zahlte. Abschließend möchte ich noch eine kurze Zusammenfassung zu der Schule geben. Das Schulgebäude ist sehr neu, offen und modern, wenn auch deutlich kleiner als auf den Bildern. Es gibt eine zwar viel zu kleine Essecke, trotzdem gibt es eine Küche mit z.B. einer Mikrowelle und einem kostenlosen Wasserspender mit Filter. Das Personal wie z.B. das der acitivity desk ist sehr hilfsbereit und freundlich! Es wurden viele Tipps gegeben und einem beim Buchen von eigenen Trips und Reisen geholfen. Der Großteil der Lehrer war gut, einige Lehrer waren wirklich super, sehr sehr engagiert, motiviert, cool drauf und emphatisch! Dennoch gab es auch einige Lehrer, wo einem die Worte zu fehlen. Ich hatte leider das große Los gezogen und für meine letzten sieben Wochen einen Lehrer bekommen, welcher sich gerne zur Schau stellte und man nichts im Unterricht lernte außer über ihn selbst. Zur Verdeutlichung: man wusste, wann die Reifen seines Autos gewechselt wurden oder man hing mit ihm zusammen in der Warteschleife seines Zahnarztes. Eine weitere Lehrerin wurde für kurze Zeit suspendiert, da sie Schüler beleidigte und auslachte für ihr schlechtes Englisch… ich meine, wozu ist man denn in einer Sprachschule und wie genau hat sie ihren Pädagogik-Abschluss erworben? Ansonsten war der Unterricht weitestgehend in Ordnung, allerdings konnte ich mein Englisch kaum verbessern, da ich im C-Level war und dort z.B. Grammatik vorausgesetzt wird und deshalb nicht mehr thematisiert wird, obwohl man dies ausgewählt hatte bei den Aspekten, die man gerne verbessern würde. Individualität wurde demnach hintenangestellt und stattdessen bestand der Unterricht im C-Level fast nur aus idioms und phrasal verbs.
Insgesamt bin ich einfach sehr enttäuscht von EF, da das Preis-Leistungs-Verhältnis leider überhaupt nicht gestimmt hat. Klar, die Erfahrung, die ich außerhalb der Schule in Vancouver gemacht habe, war einmalig. Über EF konnte man auch mit einem Reiseveranstaltungsunternehmen Touren wie z.B. in die Rocky Mountains buchen, was großartig war. Die ganzen Trips, die Natur und die Leute, welche man dort kennengelernt hat, sind unvergesslich! Also gerne noch einmal, aber nicht mit EF!!


Intensivkurs / Erwachsene / Vancouver / Kanada

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